Fragrance Foundation Deutschland e.V.

Ehren-FiFi 2004 - Jil Sander

Jil Sander, 1943 geboren als Heidemarie Jiline Sander im holsteinischen Wesselburen, ist bekennende Perfektionistin mit einer schier unglaublichen kreativen Energie. Sie macht alles ganz, und nichts halb. Mit ihren Eigenschaften schafft sie es immer wieder, scheinbar Unvereinbares zu vereinbaren: Purismus und Weiblichkeit, Funktionalismus und Emotionalität, Stärke und Verletzlichkeit, regionale Wurzeln und Internationalität.

So eroberte sie die Modehochburgen Europas und der Welt, eröffnete erfolgreiche Flagship-Stores in Paris (1982) und Mailand (1983). Nach der Übernahme ihres Unternehmens durch die Prada-Gruppe 1999 verließ Jil Sander im Jahr 2000 die Jil Sander AG. Doch bald stellte sich heraus, dass eine Jil Sander AG eine Jil Sander braucht. Und so kehrte sie 2003 als Creative Director in ihr Unternehmen zurück. Mit neuer Balance, zukunftsweisenden Ideen und viel Energie. Ihre neue Frühjahrs-Sommer-Kollektion wurde mit Begeisterung gefeiert. Als eine neue Jil Sander, die in ihrer künstlerischen Ausdruckskraft ganz die bekannte Jil Sander ist.

Jil Sander ist eine Frau, die die Superlative herausfordert. Für die einen ist sie "Deutschlands erster weiblicher Mode-Superstar" (Bunte), für die anderen "Deutschlands größte Designerin" (Vogue).

Aber die Designerin, die in den 80er Jahren die moderne Businessfrau mit dem unvergleichlich coolen, puren und gleichzeitig weiblichen Dress ausstattete, hat sich auch um das Parfum als Kulturgut verdient gemacht. Weshalb sie in diesem Jahr mit dem Ehren FiFi ausgezeichnet wird.

1979 schuf sie den Damenduft "Pure" und warb gleich mit ihrem eigenen Gesicht. Der Name war Programm und ihr Gesicht wurde zum Markenzeichen. Für einen Geschmack, der einerseits zeitlos ist und andererseits seiner Zeit voraus. Der ersten Kreation folgten Klassiker wie "Sun" (1989) oder "No. 4" (1991). 2003 sorgte sie mit dem neuen "Pure" für ein Jahres-Highlight. Der auf das Wesentliche reduzierte blumige Moschus-Duft ist wieder einmal typisch Jil Sander – also etwas wirklich Anderes.