Fragrance Foundation Deutschland e.V.

Ehren-FiFi 2003 - Annette Green

Eigentlich wollte Annette Green Mode-Reporterin werden, studierte Journalismus an der New York University und an der New School of Social Research. Doch dann entdeckte sie ihre Liebe zum Parfum. Es sollte eine "lifetime love affair" werden, wie sie selbst einmal sagte. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sie als Journalistin und Beauty-Kolumnistin angefangen, die Amerikanerinnen davon zu überzeugen, Parfum zu benutzen. Damals keine Selbstverständlichkeit. Nach dem Motto "less is more" ging man sehr sparsam mit den Duftessenzen um. Doch das sollte sich im Laufe der Jahre ändern.

Heute ist der amerikanische Duftmarkt der größte Welt - auch dank der Arbeit von Annette Green. So entwickelte sie bereits in den frühen 60er Jahren die Idee der "Duftgarderobe", die die Menschen anregen sollte, das jeweils passende Parfum in den unterschiedlichsten Lebenssituation zu tragen, um die Freude und das Wohlgefühl durch die vielfältigen Parfums zu genießen. Bis heute propagiert sie sehr erfolgreich, dass das Parfum eine unerschöpfliche Quelle des Vergnügens im Leben eines Menschen darstellt.

1961 übernahm sie die Leitung der Fragrance Foundation, die seit ihrer Gründung 1949 als Informationsquelle in puncto Parfums und Aromen dient. Von nun an ging es steil bergauf in Sachen Parfum. Mit unermüdlicher Energie arbeitete Annette Green daran, das Thema Parfum in die Köpfe und Herzen der Menschen zu bringen. Energie und Passion haben sie angetrieben. 1972 kreierte sie einen eigenen Parfum-Preis, den FiFi Award, den "Oscar" der Parfum-Branche. Es spricht für ihre Weitsicht, dass sie den FiFi Award zwanzig Jahre später in Europa etablierte, der Wiege des Parfums.

Annette Green gründete 1982 den "Olfactory Research Fund", die gemeinnützige Organisation fördert Forschungsprojekte an führenden Universitäten und Krankenhäusern rund um die Welt, die sich mit dem Geruchssinns als solches, und insbesondere mit der physiologischen und psychologischen Wirkung des Parfums auf den Menschen auseinandersetzen. Die Forschung der Aromachologie geht der Frage nach, wie der Geruchssinn die Reaktion der Menschen auf Stress, Schlaf, Entspannung, Sozialverhalten und Leistungsfähigkeit beeinflusst.

Gemeinsam mit der Modejournalistin Linda Dyett veröffentlichte Annette Green 1998 über die Fragrance Foundation das Buch "Secrets of Aromatic Jewelery". Es ist ein außergewöhnliches Buch, das alte wie neue Schmuckstücke beschreibt, in denen man Parfum aufbewahren kann. Es beschreibt aber nicht nur die Historie dieser besonderen Schmuckstücke, sondern es stellt auch jedes Schmuckstück in den zeitlichen Kontext zu der jeweiligen Mode, den jeweils aktuellen Parfums und den entsprechenden sozialen Trends.

1999 wurde in New York das erste Parfum-Museum in Amerika eröffnet, das ihr zu Ehren den Namen "Annette Green Museum at The Fragrance Foundation" erhielt. Ein Besuch lohnt sich für jedermann.

Das sind nur Auszüge aus dem bisherigen Schaffen dieser "Grand Dame", die sich im Namen der Fragrance Foundation über vier Jahrzehnte für die Welt des Parfums und die Grundlagenforschung des Geruchssinns eingesetzt hat. Ende 2002 legte sie ihre Präsidentschaft der Fragrance Foundation nieder, steht ihr aber weiterhin als President Emeritus beratend zur Verfügung. Auch um das von ihr gegründete Parfum-Museum in New York und das "Sense of Smell Institute" wird sie sich weiter kümmern. Ein Leben ohne Parfum - undenkbar für Annette Green.

2003 verlieh die Fragrance Foundation Deutschland den Ehren-FiFi an Annette Green. Sie zeigt damit ihre Dankbarkeit und Verbundenheit zu der Grande Dame des Parfums für ihren unermüdlichen Einsatz, ihre Leidenschaft und ihre Verdienste, die sie für das Parfum als Kulturgut erworben hat.